Geschaeftsbericht-2025

JAHRESBERICHT

Jahresbericht 2025 des Präsidenten

Ein bewegtes Jahr 2025 liegt hinter uns – voller Her ausforderungen, intensiver Bautätigkeit und rich tungsweisender Entscheide. Die Wohnraumsitua tion in der Stadt Luzern bleibt angespannt. Gerade deshalb ist es für uns als BG Matt wichtiger denn je, mit Weitblick zu planen und gleichzeitig mit Rück sicht auf die verschiedenen Ansprüche heutiger und künftiger MieterInnen und GenossenschafterInnen zu handeln. Erneut dürfen wir uns über eine sehr gutes Ergeb nis der Jahresrechnung freuen. Die zusätzlichen Mietzinserträge der neuen Überbauung an der Bernstrasse führen bei konstanten Kosten für den ordentlichen Unterhalt zu einem deutlich grösseren Gewinn. Diese Gewinne bleiben in der Genossen schaft und ermöglichen es uns, einerseits die nötigen Wertberichtigungen vorzunehmen und andererseits genügend Eigenmittel für die Finanzierung von neuen Projekten zu erwirtschaften. Aufgrund der Senkung des hypothekarischen Referenzzinssatzes kommen unsere MieterInnen ab Februar 2026 wieder in den Genuss einer Mietzinssenkung. Markt und Rahmenbedingungen im Wohnungs bau - Ursachen der unzureichenden Bautätigkeit Trotz einer anhaltend hohen Nachfrage nach Wohn raum bleibt die Bautätigkeit in der Schweiz und insbesondere auch im Kanton Luzern auf unzu reichendem Niveau. Die Zahl der neu erstellten Woh nungen erreichte bereits 2022 den tiefsten Stand seit Beginn der Erfassung im Jahr 2010, obwohl die Leerstandsquote bei rund 1% verharrt und die Wohnungsknappheit entsprechend hoch ist. Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig und weit gehend strukturell bedingt. Zusammengefasst ein kleines Argumentarium aus verschiedenen Medien- und Fachquellen. Eine wesentliche Rolle spielen regulatorische Vor gaben, komplexe Bewilligungsverfahren und zahl reiche Einsprachen. Branchenanalysen bestätigen, dass lange Verfahren, zusätzliche Auflagen und restriktive Kreditbedingungen die Investitionstä tigkeit bremsen und Projekte erheblich verzögern. Gleichzeitig erschweren Auflagen des Denkmal- und Ortsbildschutzes sowie politische Interessenkonflikte die Realisierung von Verdichtungs- und Ersatzneu bauprojekten.

Hinzu kommt, dass verfügbare Bauflächen längst nicht mehr in der früheren Selbstverständlichkeit verfügbar sind. Laut einer nationalen Befragung sprechen sich zwei Drittel gegen zusätzliche Bauzo nen und gegen dichtere Bebauungen zulasten von Grünflächen aus. Diese Rahmenbedingungen füh ren dazu, dass selbst investitionsbereite Akteure – darunter institutionelle Anleger und gemeinnützige Bauträger neue Projekte zunehmend zurückhaltend planen. Politische Unsicherheiten, zusätzliche Auf lagen sowie das Risiko langwieriger Rekurse sen ken die Planbarkeit und erschweren die Bereitstel lung dringend benötigten Wohnraums. Die Analysen zeigen auch, dass Investitionen zwar grundsätzlich auf Knappheitssignale reagieren, die gegenwärtige Bautätigkeit aber bei weitem nicht ausreicht, um die strukturelle Unterversorgung zu entschärfen. Fazit: Der Engpass im Wohnungsbau ist nicht pri mär ein Marktversagen, sondern das Resultat eines zunehmend komplexen Zusammenspiels aus Regu lierungen, politischen Rahmenentscheidungen und gesellschaftlichen Zielkonflikten. Ohne eine Beschleu nigung von Verfahren, die Reduktion unnötiger Auf lagen und eine konstruktivere Verdichtungskultur wird sich die Wohnraumversorgung – insbesondere in urbanen Zentren wie Luzern auch in den kommen den Jahren kaum verbessern. Luzern befindet sich in einer Phase konstruktiven Aufbruchs, um den Her ausforderungen der Wohnungsknappheit zu begeg nen. Entscheidend wird sein, dass Politik und Verwal tung auf gut koordinierte und langfristig tragfähige Schritte setzen, die für gemeinnützige und andere Bauträger förderlich sind und deren Engagement stärken. 2025 im Rückblick Die Arealentwicklung Luzernerstrasse war auf der Traktandenliste ganz oben und Ende 2025 durften wir an einer Vernissage im Zentrum St. Michael die Wett bewerbsbeiträge vorstellen und das Siegerprojekt unseren MieterInnen und GenossenschafterInnen präsentieren. Die Gesamterneuerung der bestehenden Liegen schaften Luzernerstrasse 134 – 148 bedeutet auch, dass die heutigen Mieterinnen und Mieter aus den Wohnungen wegziehen müssen. Eine erste

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